Liferay MCP in der Praxis: Web Content mit Cursor anlegen — Schritt für Schritt - Portalworks

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Liferay MCP in der Praxis: Web Content mit Cursor anlegen — Schritt für Schritt

Teil 2 unserer Serie über KI-Integrationen mit CMS Systemen. Teil 1 hat erklärt, was MCP ist und warum es wichtig ist. Heute wird es konkret.

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Teil 2 unserer Serie über KI-Integrationen mit Liferay. Teil 1 hat erklärt, was MCP ist und warum es wichtig ist. Heute wird es konkret.

Im ersten Teil haben wir das Fundament gelegt: Was MCP ist, wie der Liferay-MCP-Server prinzipiell funktioniert, und warum das mehr ist als ein Demo-Feature. Wer das noch nicht gelesen hat, sollte das kurz nachholen — der folgende Artikel setzt dieses Grundverständnis voraus.

Jetzt wird es praktisch. Dieses Tutorial zeigt Schritt für Schritt, wie man Cursor mit dem Liferay-MCP-Server verbindet und einen neuen Web Content direkt aus dem Chat heraus anlegt. Kein API-Wälzen, kein Token-Zusammenbauen — nur eine natürlichsprachige Anfrage und ein Eintrag, der in Liferay erscheint.

 

Was du brauchst

Bevor es losgeht, drei Voraussetzungen:

  • Liferay DXP (laufende Instanz, erreichbar unter localhost:8080 oder einer anderen URL)
  • Feature-Flag LPD-63311 aktiviert (dazu gleich mehr)
  • Cursor installiert — kostenlos unter cursor.com

Für das Tutorial verwenden wir localhost:8080 als Liferay-URL. Wer eine andere Umgebung nutzt, passt die URL in den Konfigurationsschritten entsprechend an.

 

Schritt 1: Feature-Flag in Liferay aktivieren

Der Liferay-MCP-Server befindet sich aktuell in der Beta-Phase und muss explizit freigeschaltet werden.

Im Liferay-Adminbereich:

  1. Öffne Control Panel → Instance Settings → Feature Flags
  2. Wechsle in den Tab Beta
  3. Suche nach LPD-63311 — der Eintrag heißt „MCP Server"
  4. Schalte den Toggle auf aktiv
  5. Speichern

Ab diesem Moment ist der MCP-Endpunkt unter /o/mcp erreichbar. Kein Neustart notwendig.

Schnell-Test im Browser: Öffne http://localhost:8080/o/mcp im Browser. Du bekommst eine Fehlermeldung wegen fehlender Authentifizierung — das ist korrekt und zeigt, dass der Endpoint aktiv ist.

 

Schritt 2: Authorization Header erzeugen

Der Liferay-MCP-Server verwendet HTTP Basic Auth. Dazu muss der Benutzername und das Passwort base64-kodiert werden.

Im Terminal:

echo -n "admin@liferay.com:deinPasswort" | base64

Das Ergebnis sieht ungefähr so aus:

YWRtaW5AbGlmZXJheS5jb206ZGVpblBhc3N3b3Jk

Diesen Wert brauchst du gleich für die Cursor-Konfiguration. Ersetze admin@liferay.com und deinPasswort mit deinen tatsächlichen Zugangsdaten.

Windows-Nutzer können alternativ PowerShell verwenden:

[Convert]::ToBase64String([Text.Encoding]::UTF8.GetBytes("admin@liferay.com:deinPasswort"))

 

Schritt 3: Cursor konfigurieren

Cursor liest seine MCP-Server-Konfiguration aus einer JSON-Datei. Öffne diese Datei in einem Texteditor:

  • macOS / Linux: ~/.cursor/mcp.json
  • Windows: C:\Users\DeinName\.cursor\mcp.json

Falls die Datei noch nicht existiert, einfach neu anlegen.

Inhalt der Datei:

{
  "mcpServers": {
    "liferay": {
      "type": "http",
      "url": "http://localhost:8080/o/mcp",
      "headers": {
        "Authorization": "Basic YWRtaW5AbGlmZXJheS5jb206ZGVpblBhc3N3b3Jk",
        "Content-Type": "application/json"
      }
    }
  }
}

Ersetze den Base64-String nach Basic mit dem Wert aus Schritt 2. Anschließend Cursor neu starten — die MCP-Konfiguration wird beim Start gelesen.

 

Schritt 4: Verbindung prüfen

Nach dem Neustart zeigt Cursor an, welche MCP-Server verbunden sind und welche Tools zur Verfügung stehen.

So prüfst du es:

  1. Öffne in Cursor den Chat (Cmd+L auf macOS, Ctrl+L auf Windows)
  2. Klicke auf das Werkzeug-Symbol im Chat-Bereich — dort siehst du alle verfügbaren MCP-Server
  3. Liferay sollte mit einem grünen Punkt als „verbunden" erscheinen
  4. Ein Klick auf den Eintrag zeigt die verfügbaren Tools — darunter Tools zum Lesen und Schreiben von Web Content

Falls der Status „Fehler" zeigt, sind die häufigsten Ursachen: falscher Base64-String, falsche URL oder der Feature-Flag wurde noch nicht gespeichert.

 

Schritt 5: Web Content anlegen — die erste Anfrage

Öffne den Cursor-Chat und tippe:

„Erstelle auf der Liferay-Website 'Guest' einen neuen Basic Web Content. Titel: 'Willkommen auf unserer Plattform'. Inhalt: 'Wir freuen uns, Sie auf unserer neuen Website begrüßen zu dürfen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um unsere Produkte und Dienstleistungen.'"

Was im Hintergrund passiert:

  1. Resource-Call: Sites abfragen. Das Modell ermittelt die Site-ID der „Guest"-Website.
  2. Resource-Call: Content-Strukturen abfragen. Das Modell holt die Felder und den Aufbau von „Basic Web Content".
  3. Tool-Call: Web Content erstellen. Mit Site-ID, Structure-ID und deinen Inhalten wird der API-Call zusammengebaut und ausgeführt.
  4. Bestätigung. Cursor zeigt Titel und ID des neu angelegten Contents.

Das Ergebnis in Liferay prüfen: Öffne Site Administration → Content & Data → Web Content. Der neue Eintrag „Willkommen auf unserer Plattform" erscheint in der Liste.

 

Schritt 6: Was du noch direkt im Chat machen kannst

Ein Überblick über weitere Aktionen, die direkt funktionieren:

Bestehende Web Contents lesen:

„Zeig mir alle Web Contents auf der Guest-Website."

Einen Eintrag aktualisieren:

„Ändere den Inhalt des Web Contents 'Willkommen auf unserer Plattform' — ersetze den zweiten Satz durch: 'Unser Support-Team steht Ihnen werktags von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung.'"

Nach Content suchen:

„Gibt es auf der Guest-Website Web Content-Einträge, die das Wort 'Kontakt' im Titel enthalten?"

Das Modell übernimmt jeweils die Übersetzung zwischen deiner Absicht und dem API-Call. Du musst keine IDs kennen, keine Endpunkte nachschlagen.

Sicherheitshinweis für den Produktiveinsatz

Was für das Tutorial mit einem Admin-Account funktioniert, sollte im Produktiveinsatz anders aufgestellt sein. Der MCP-Server erbt die Berechtigungen des authentifizierten Nutzers — dedizierte Service-Accounts mit minimalen Rechten sind der richtige Weg. Jeder MCP-Tool-Aufruf erscheint im Liferay-Audit-Log und ist damit vollständig nachvollziehbar.

Fazit

Feature-Flag aktivieren, eine JSON-Datei anlegen, Cursor neu starten — das sind die drei Schritte bis zur ersten funktionierenden Verbindung. Was danach kommt, ist der eigentlich interessante Teil: eine Plattform, deren gesamte Headless-API-Schicht per natürlicher Sprache ansprechbar wird. Web Content ist der einfachste Einstieg — die gleiche Verbindung gibt Zugriff auf Objekte, Strukturen, Assets und mehr.

Wer eine laufende Liferay-Instanz hat: Der Test lohnt sich, und er dauert keine Stunde.

 

Fragen dazu?

Marc Hermann antwortet persönlich – kein Vertriebsteam, kein Formularautomatismus.